02-Internationales Recruiting
Prozess und Bestandteile

Eine Artikelserie zu Herausforderungen und Benefits

Viele Unternehmen entscheiden sich gegen die Einstellung internationaler Fachkräfte, da sie nicht einschätzen können wie der genaue Ablauf funktioniert und sie daher glauben, nicht die notwendigen Voraussetzungen zu haben. Die gute Nachricht lautet, dass der Prozess im Grunde nicht anders aufgebaut ist als in einem innerdeutschen Auswahlverfahren. Nach festgelegten Kriterien wird eine Stellenausschreibung für eine vakante Stelle entworfen und über verschiedene Kanäle veröffentlicht, um potenzielle Bewerber zu erreichen. Aus der Gruppe der Bewerber werden aufgrund von fachlicher Eignung und Berufserfahrung die am besten geeigneten Kandidaten zu Auswahlgesprächen oder einem Assessmentcenter eingeladen. Am Ende eines erfolgreichen Auswahlprozesses ist der passende Kandidat für die Stelle gefunden und wird eingestellt.

Soweit zu den Übereinstimmungen. Allerdings kann sich die internationale Suche bei fehlender Erfahrung schwierig gestalten. Dies beginnt bei der Frage, wo nach geeigneten Fachkräften gesucht werden soll, wie die im Ausland erworbenen Abschlüsse und Berufserfahrungen bewertet werden können und setzt sich fort bei der Frage, ob die Stelle den Voraussetzungen entspricht, um eine Blaue Karte zu beantragen. Für Einzelfragen oder den gesamten Prozess kann es daher sinnvoll sein, professionelle Unterstützung zu erhalten. In einem ersten Schritt wird mit dem ausschreibenden Unternehmen die Frage nach der Zielregion für die Anwerbungen geklärt und eine Analyse der Unternehmensstrukturen durchgeführt, um so eine erste Einschätzung der Voraussetzungen zu erhalten. Für ein Unternehmen, dass bereits über einen Mitarbeiterstamm mit Migrationshintergrund verfügt und gute Erfahrungen gesammelt hat, dürfte die Anwerbung, Einstellung und Integration ausländischer Fachkräfte leichter gelingen, als wenn dies ohne jegliche Erfahrung zum ersten Mal geschieht.

Sind die Voraussetzungen und Anforderung für die Stellenausschreibung geklärt, gilt es den passenden Bewerber zu finden. Hierfür muss die Stellenausschreibung gegebenenfalls angepasst und übersetzt werden. Hierfür, wie auch bei der Vorabanalyse und dem Matching der Bewerber hinsichtlich ihrer Qualifikation, Erfahrung und Persönlichkeit ist die Expertise spezialisierter externer Berater mit regionaler Erfahrung unverzichtbar, um den Prozess so kurz und kosteneffizient wie möglich zu gestalten. So können z.B. anstelle von kostenintensiven Einladungen von Kandidaten nach Deutschland auch mit Videointerviews sehr gute Ergebnisse erzielt werden, wenn vorab eine Auswahl und Vorbereitung der Kandidaten stattfindet. 

Sind die passenden Kandidaten gefunden, gilt es im Vertragsmanagement den deutschen Arbeitsvertrag zu erläutern und gegebenenfalls zu übersetzen. Häufig verfügen die angeworbenen Fachkräfte über wenig bis keinerlei Erfahrungen mit arbeitsrechtlichen Fragen in Deutschland, so dass ein Briefing zum deutschen Arbeitsrecht notwendig ist. Darüber hinaus können bereits im Herkunftsland der Kandidaten interkulturelle Schulungen und Sprachkurse durchgeführt werden, damit der Arbeitsbeginn so reibungslos wie möglich stattfindet. Erfahrungsgemäß ist es sinnvoll auch nachdem die Tätigkeit in Deutschland aufgenommen wurde, die Anfangsphase in Deutschland zu begleiten. Gerade in den ersten 100 Tagen können durch Missverständnisse Konflikte entstehen, die einen gelungenen Start und den Aufbau einer loyalen und langfristigen Mitarbeiterbindung verhindern. Spezielle auf die konkrete Situation abgestimmte Integrationspläne, Seminare in interkulturellen Fragen und Diversity Management, helfen dem Führungspersonal, der Stammbelegschaft und den neuen Mitarbeitern ein gesundes und vertrauensvolles Betriebsklima zu schaffen.

Nachdem in diesem Beitrag der gesamte Prozess des internationalen Recruitings im Mittelpunkt stand, werden in den kommenden Beiträgen einzelne Schritte genauer behandelt.

Lesen sie im nächsten Beitrag alles Wissenswerte zur Blauen Karte.

© International Human Power (info@internationalhumanpower.de)

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